Poona

Der Flug von Udaipur nach Bombay verlauft ohne Probleme. 1 Stunde Flugzeit plus Fruehstueck an Bord. Die Crew der Jetairways schafft es in knapp 1 Stunde alle Leute an Bord zu verpflegen. Sie leisten wirklich gute Arbeit. Am Flughafen in Bombay angekommen leiste ich mir ein suendhaft teures Taxi nach Poona. 3 1/2 Stunden wird mir gesagt dauert die Fahrt. Wir brauchen nur mal an die 2 stunden ca. um aus Bombay rauszukommen. Was fuer ein Moloch, unglaublich und doch so Real. Was treibt die Menschen dazu vom Landf in die Stadt zu ziehen. Geht es ihnen auf dem Land so schlecht und hier wirklich so viel besser. Man kann es nicht glauben wenn man es warscheinlich nicht erlebt hat. Nur die die hier in den von Abgasen verseuchten Strassen von Bombay versuchen tagtaeglich zu ueberleben koennten uns darauf eine Antwort geben. Der Grund wieso man sich fast nie an die roten Ampeln haelt, erzaehlt mir der Taxifahrer liegt daran dass ansonsten jedesmal 400 und mehr Fahrzeuge anhalten muessten und mit laufendem Motor auf gruen warten muessten. Deshalb versucht jeder immer in Bewegung zu bleiben. Ich glaube jedoch nicht dass hier ökologische Gedanken mitspielen. Irgendwann schaffen wir es trotzdem Bomaby mit seinen nie enden wollenden Vororten hinter uns zu lassen. Schoene gruene Huegellandschaften die mich an die Toscana erinnern erfreuen meine Augen. Dann erblicke ich riesige Werbeflaechen die mit riesigen Wohnanlagen werben. Sie versprechen das Paradies auf Erden (natuerlich nur fuer Wohlhabende). Eine in sich abgeschlossene, bewachte, von Mauern umgebene Wolkenkratzer aehnliche Wohnanlage. Die Werbeflaechen zeigen gruenen Parkanlagen wo Muetter mit Kindern spielen. Schoene neue grosse Autos vor den Hausern geparkt. Eine insich abgekapselte schoene, neue Welt inmitten von Armut, Verzweiflung, Arbeitslosigkeit und Ueberbevoelkerung. Teile von Slums muessen neuen Wohnanlagen weichen. Ich frage mich was wohl mit diesen Menschen geschehen sein mag die dort in Zelten und notduerftigen Behausungen versucht haben irgendwie zu ueberleben. Denn sicher werden und sind diese Hochhaeuser nicht fuer sie gebaut worden. Dann naehern wir uns Poona. Poona die Industriestadt. Ueberall neue Bueroanlagen, Wohnanlagen. Ueberall wird gebaut. Hier wird von Seiten westlicher Unternehmen viel investiert da Bombay zu teuer geworden ist. Also weicht man nach Poona aus. Dann wird mir irgendwann klar dass der Taxidriver meine Adresse nicht kennt. So beginnt einen Suche nach Koregaon Park. Nach 1 1/2 Stunden haben wir es endlich geschafft. Ich schaue mir das Zimmer an wo ich die naechsten 10 Tage verbringen werde. Wow wow was fuer ein Luxus. Aber so sind wir halt einmal, wir Westler. Hier sind wir mit unserem Euro halt alle reich und koennen uns was leisten. Kurz ne Dusche und dann raus auf die Strasse zum German Bakery (eine Kaffee-Kuchenkette in Indien fuer westliche Touristen bei Kaffee und Kuchen ihren Heimweh zu stillen versuchen). Es ist nicht mal der Ashram von Osho der mich hierzieht sondern eigentlich nur der Samadi wo seine Asche aufbewahrt wird. Man kann dort wunderbare Meditationen in totaler Stille machen. Es ist dort einfach nur schoen und sooooo still, waehrend drausen auf den Strassen gehupt,gepremst,geschrien u.s.w wird.

Osho  Samadhi

Ende Erster Teil Poona

2. Teil Reisebericht Pushkar – Udaipur 09.12.07

In Udaipur angekommen liess ich mich von einem Rikschafahrer in mein vorgebuchtes Guesthouse bringen. Naja, es war nicht wirklich so wie es in der Indien Guide beschrieben wurde, aber nach meiner 15 stuendigen Bus-Odyssey wollte ich nur noch duschen, schlafen und die Beine austrecken. Am naechsten Tag ging es dann zur Besichtigung des beruehmten Citypalace von Udaipur. Waehrend ich mir diesen wunderbaren Palast anschaute ging mir dauernd ein Gedanke durch den Kopf. “Wieso ist der Mensch imstande Kriege zu fuehren, soviel Unheil zu anzurichten wo er doch so wunderschoene Dinge erschaffen kann. Wie koennen Menschen wie diese Maharadschas in soviel Prunk und Luxus leben wo soviele ihrer Untertanen hungern mussten. Wieso heisst es das spirituelle Indien, wenn man dann Bilder sieht wie diese Leute aus purer Mordslust Elefanten, Tiger, Geparden, Baeren u.s.w abschlachteten”. Solche Gedanken gingen mir durch den Kopf waehrend ich durch die riesigen Palastanlagen wanderte. Aber wer weiss schon was in den Koepfen der zweibeinigen Wesen vor sich geht. Fuer den naechsten Tag war der lang ersehnte Besuch im Shrinathji Temple Shrinathji Temple in Nathwara angesagt.

Shrinathji

Lange hatte ich schon von diesem fuer die Inder so wichtige Ort gehoert. Auch hatten mit Freunde davon erzaehlt. Von einer schwarzen Statue die Shri Nathji eine Inkarnation von Vishnu verkoerpert. Am Eingang wurde man erstmal richtig durchsucht. (so Flughafen maessig, mit Metaldedektor u.s.w). Warscheinlich weil Europaeer gerne Photos schiessen und diess hier strengstens verboten war. Camera und Handy mussten zurueckbleiben. Dann ging es rein in die riesige Tempelanlage. Und nach laengerem Anstehen stand ich endlich vor Shri Nathji. Es ueberkommt einen ein eigenartiges Gefuehl wenn dich diese schwarze Statue mit ihren gelblichen Augen anstarrt und dir bewusst wird dass seit dem 17. Jahrhunderte Millionen von Indern auch hier standen. Jedoch bleibt einem nicht lange Zeit um ueber solche Dinge nachzudenken da man schon nach einigen Sekunden mit Bambusstoecken von der Polizei und Brahmanen weitergetrieben wird. Dann nach einer Stunde wird gegen 6.30 das ARTI (Feuerzeremonie) zelebriert. Dabei soll Shri Nathji (Krishna) von Nathwara nach Vrindavana fliegen um die Nacht dort zu verbringen um am naechsten Tag wieder zurueckzukehren. So will es die Legende. Schnell noch etwas Prasadam besorgen (gesegnete Nahrung), ein Bild von Shri Nathji und dann mit dem Taxi zurueck nach Udaipur. Und so geht ein wunderbarer und um viele Erinnerungen reicherer Tag seinem Ende zu. Ich verbringe noch einige Tage in Udapur und buche mir eine Tagesrikschafahrt (350 Rps. ca. 5 Euro fuer 5-6 Stunden) um noch einige Sehenswuerdigkeiten dieser schoenen romantischen Stadt zu besichtigen. Ausserdem kann man in vielen Caffees  den James Bond Film “Octopussy” anschauen, da einige Szenen wie eine wilde Verfolgungsjagd im Rikscha hier gedreht wurden. Die Bewohner von Udaipur sind total stolz darauf deshalb lauft der Streifen auch 24 Stunden am Tag. Gegen Nachmittag bringt mich der Rikschafahrer in das beste Thalirestaurant von Udaipur. Thali  Fuer 100 Rps kann man sich hier fuer Stunden den Bauch vollschlagen. Es wird immer nachgefuellt bis man genug hat und das Essen ist einfach nur koestlich. Worte koennen  es gar nicht beschreiben.

Thali

Nach dem Essen werden dann noch Anissamen serviert. Man nimmt davon einige in den Mund und kaut 32mal darauf herum. Dies foerdert die Verdauung und hinterlaesst einen guten Geschmack im Mund. Dann gings mit der Rikscha wieder ins Guesthouse. Am naechstenTag hatte ich beschlossen von Udaipur nach Bombay zu fliegen. Urspruenglich wollt ich mit dem Bus oder Zug ueber Nasik und dann weiter nach Poona. Nach einigen Auskuenften und Informationen in einem Traveler Buero war mein Entschluss schnell gefasst. Nach Poona wird geflogen. 1 Stunde bis nach Bombay und dann 3 Stunden Taxi bis nach Poona ohne Anstrengung und Komplikationen. Manchmal sehnt man sich einfach nach etwas Luxus. Osho ich komme.

Reisebericht Pushkar – Udaipur 09.12.07

Da mein Reiseziel Chenay den 13.01.08 ist musste ich mich leider von Pushkar verabschieden. Bus war gebucht 23.20 Busstation near the Police Station. Warten, warten,warten. Um 3 Uhr Morgens wird uns (mir und noch 15 anderen Reisenden) endlich gesagt dass der Bus einen Felgenbruch hatte. Rad war einfach von der Radachse abgebrochen und dass der Bus vor 4 Uhr Morgens nicht startklar sein wuerde. Also alle zum naechsten Caishop, da es im Dezember auch in Indien in der Nacht eher kuehl wird. Um 4 Uhr Morgens heisst es dann der Bus wuerde vor 6 Uhr nicht kommen da Probleme bei der Reparatur aufgetreten waren. (Was auch immer das heissen sollte um 3 Uhr Morgens). Also alle fuer ein paar Stunden in ein im Bau befindendes Guesthaus. Einen Raum, eine Matraze fuer 15 Personen. Das macht dann richtig Spass. Um 6.30 frage ich den Verantwortlichen wann der Bus kommen wuerde. Er sagt:” (Nachdem er erwacht war), der Bus is gerade fertig repariert worden und sei abgefahren”. (War ihm warscheinlich telephatisch uebermittelt worden). Un wirklich, um 8.15 war der Bus da und es konnte losgehen. (8 Stunden Verspaetung. Aber das ist halt einmal Indien). 6-7 Stunden halsbrecherische Fahrt die jeder Rally Parole bieten konnte. Schlafe im Bus UNMOEGLICH. Nach einigen Stunden Fahrt konntew man langsam erkennen wie sich die Natur veraenderte. Wie es waermer wird, wie es gruener wird.  Dann tote Kuhgerippe am Strassenrand. Halb verwehste Kuehe. Dann ein Hund der den Kadaver eines anderen Hund frisst. Ein Rudel Hunde 15-20 Stueck die ueber einen anderen Hund herfallen und ihn beissen. Ich frage mich ploetzlich was ich hier eigentlich mache. Wieso ich nicht in meiner “heilen” Welt Suedtirol bleibe. Wo alles so schoen perfekt zu funktionieren scheint. Wo alles so sauber und so schoen geregelt ist. Wo es keine augenscheinliche Armut gibt. Ich frage mich wieso ich hierher komme, wieso es mich immer wieder nach Indien zieht. Wo so viel Armut und Hunger herrscht. Wo man dem Tod noch auf der Strasse begegnet. Mit diesen Gedanken schlafe ich ein und werden in Udaipur von den Mitreisenden geweckt. Endlich Udaipur. Ich freue mich schon darauf Shri Nathji zu besuchen, weswegen ich eigentlich nach Udaipur kam. Krishna, der beliebtesten inkarnation Vishnus geweihter Tempel in Nathdwara, dem “Tor zu Gott”.  Ende 1. Teil.

Im Fotoalbum gibt es wieder ein paar neue Photos.

PUSHKAR

Malerisch zwischen Hügeln und Dünen liegen in Rajasthan die Pushkar-Seen. Sie sind zweifellos eine der faszinierendsten religiösen Stätten Indiens. Die Götter selbst haben diesen Platz geheiligt. Der Legende nach flog einst Brahma, der Weltenschöpfer, auf seinem göttlichen “Fahrzeug”, der Wildgans Hamsa, auf der Suche nach einer geeigneten Stelle für ein Opfer über die Erde. An dem Ort der heutigen Seen ließ er drei Lotosblüten auf den Boden fallen. Sogleich sprudelte hier aus drei Quellen Wasser empor und es entstanden drei Seen. Brahma erwählte diesen Platz für sein Opfer und nannte ihn nach dem Lotos “Pushkar”. Vor allem der größte See, Jayeshta-Pushkar, besitzt seither für die Hindus herausragende religiöse Bedeutung. Anbei 2 Bilder.

Sonnenuntergang

Gates am Pushkarsee